Infos für Schulen

Im Projekt SCHULE:KULTUR!zwei (sprich: Schule durch KulturStaffel zwei) in Niedersachsen wird ein ganzheitlicher Schulentwicklungsprozess durch Kulturelle Bildung angestoßen. Dabei geht es darum, dass Kulturelle Bildung lebendiges Lernprinzip und Gestaltungselement im gesamten Schulalltag wird und kulturelle Methoden in den Unterricht aller Fächer hineinwirken.

Es kann sich ein fächerübergreifendes kulturelles Bildungsangebot entfalten, das langfristig zur Verbesserung der Schulqualität beiträgt. Dieses Vorhaben kann nur gelingen, wenn es von der gesamten Schulgemeinschaft und außerschulischen Kulturpartnern mitgetragen wird. Es müssen verlässliche Strukturen und Gelingensbedingungen geschaffen werden, um so die Lern- und Persönlichkeitsentwicklung aller Schülerinnen und Schüler zu begleiten und optimal zu fördern.

Die Entwicklung lokaler Kooperationen zwischen Schule und Kulturpartner soll im Projekt gezielt gestärkt werden. Zu diesen außerschulischen Akteuren gehören deshalb neben Künstlerinnen und Künstlern insbesondere das in der pädagogischen Vermittlung tätige, qualifizierte und erfahrene Personal in Theatern, Theaterpädagogischen Zentren, Museen, Kunstvereinen, Filmeinrichtungen, sozio- und interkulturellen Einrichtungen, Bibliotheken, Einrichtungen der Denkmal-, Heimatpflege und der Archäologie, Musik- und Kunstschulen u. v. m. Für die Zusammenarbeit mit Kulturpartnern werden im Rahmen des Projekts finanzielle Ressourcen bereitgestellt. Die Grundidee und das Konzept des Projekts werden gemeinsam von beiden Ministerien mit der Bundesakademie für Kulturelle Bildung Wolfenbüttel (ba), dem Niedersächsischen Landesinstitut für schulische Qualitätsentwicklung (NLQ), der Niedersächsischen Landesschulbehörde (NLSchB) sowie der Landesvereinigung Kulturelle Jugendbildung (LKJ) kontinuierlich weiterentwickelt und koordiniert.

Download der Ausschreibung im Schulverwaltungsblatt

  • Rolle der Schule und der Schulleitung

    Die Schule verpflichtet sich durch einen Gesamtkonferenzbeschluss sowie Beschluss des Schulvorstandes zur Teilnahme an dem Projekt. Sie plant die schuleigene Akzentsetzung im Rahmen des Projekts, setzt sie mit Unterstützung der Kulturkoordination in der Projektlaufzeit um und sorgt für Nachhaltigkeit.

    Die Schulleitung bzw. die schulinterne Steuergruppe
    - unterstützt aktiv (z. B. durch günstige Rahmenbedingungen und Information der Eltern) die Arbeit der Kulturkoordination und deren Vertretung sowie des gesamten Kollegiums bei der Planung und Umsetzung von SCHULE:KULTUR!zwei,
    - fördert die Zusammenarbeit mit dem Kulturpartner (z. B. indem der Kulturpartner in den Kulturellen Schulentwicklungsprozess eingebunden wird).
    - nimmt verbindlich an den beiden zweitägigen prozessbegleitenden Schulleitungsveranstaltungen sowie an den Rahmenveranstaltungen teil,
    - sorgt während der Projektlaufzeit und in den Folgejahren für die Nachhaltigkeit des Kulturellen Schulentwicklungsprozesses und den Kontakt zu den anderen Projektschulen.

  • Rolle der Kulturkoordinationen

    Für die Tätigkeit und die damit schulintern verbundenen Aufgaben erhält jede Kulturkoordination vom Niedersächsischen Kultusministerium für die dreijährige Projektlaufzeit eine Anrechnungsstunde. Zudem wird erwartet, dass die beteiligten Schulen der Kulturkoordination eine zeitliche Entlastung im Umfang einer weiteren Lehrerwochenstunde über den genannten Zeitraum gewähren. Unterstützt und beraten wird die Kulturkoordination von der Landeskoordination Schule und der Schulentwicklungsberatung der NLSchB. Die Schulen benennen eine Stellvertretung (vorzugsweise fachfremd) der Kulturkoordination, die ebenfalls
    an den Qualifizierungen teilnimmt. Die Kulturkoordination
    - initiiert, strukturiert und moderiert den auf SCHULE:KULTUR!zwei bezogenen Schulentwicklungsprozess an ihrer Schule und arbeitet in der schulischen Steuergruppe mit,
    - arbeitet aktiv mit ihrem Kulturpartner zusammen,
    - dokumentiert die Projekterfahrungen und -ergebnisse, unterstützt in Zusammenarbeit mit der Schulleitung die Evaluation im Rahmen des Projektes und
    - vernetzt sich und arbeitet mit anderen Projektschulen ihrer Region zusammen.

    Um diese Aufgaben wahrnehmen zu können, nimmt die Kulturkoordination neuer Programmschulen teil an
    - drei Fortbildungsmodulen „Kulturelle Schulentwicklung“ (mit insgesamt fünf Tagen) an der ba Wolfenbüttel und an
    - zwei von fünf Wahlveranstaltungen „Kulturelle Schulentwicklung“ (s. u.)

    Die Kulturkoordinationen der neuen Schulen werden in zwei Grundlagenmodulen in das Thema Kulturelle Schulentwicklung und Kooperation mit außerschulischen Kulturpartnern eingeführt und erwerben Kenntnisse im Bereich Prozesssteuerung und -moderation. ln anschließenden Wahlveranstaltungen können die Koordinationen Themenschwerpunkte setzen, um sich interessengeleitet fortzubilden.

    Kulturkoordinationen aller Projektschulen nehmen teil an
    - drei von fünf Wahlveranstaltungen „Kulturelle Schulentwicklung“, bzw. für die neuen Koordinatoren
    - zwei von fünf Wahlveranstaltungen „Kulturelle Schulentwicklung“,
    - den Rahmenveranstaltungen (Auftakt- und Abschlussveranstaltung),
    - drei Fachtagen „Kulturelle Bildung in der Praxis" sowie an
    - individuellen Beratungsangeboten.

    Die Kulturkoordinationen der Schulen aus der ersten Staffel durchlaufen kein modularisiertes Fortbildungsprogramm, sondern können in den Wahlveranstaltungen ihre individuelle Ausrichtung finden und damit ihre spezifischen Kompetenzen und ihr Profil schärfen.

  • Programmumsetzung

    Die Umsetzung des Programms gestaltet jede Schule in Zusammenarbeit mit ihren außerschulischen Kulturpartnern individuell. Initiiert, gesteuert und unterstützt wird dieser Prozess durch eine Lehrkraft möglichst aus den kulturellen Fächern der beteiligten Schulen. Diese wird im Rahmen von Qualifizierungsmaßnahmen über drei Jahre zur Kulturkoordinatorin bzw. zum Kulturkoordinator fortgebildet. ln diesen Qualifizierungen finden die Aspekte der Kulturellen Schulentwicklung und des Ganztags besondere Berücksichtigung. Darüber hinaus werden weitere Lehrkräfte aller Fächer auf praxisnahen Fachtagen bedarfsorientiert geschult. Sämtliche Kosten der Qualifizierungsmaßnahmen sowie die Übernachtung werden übernommen. Die Fahrtkosten tragen die teilnehmenden Schulen selbst.